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MAXIMILIAN SCHELL
Der legendäre Oscar® Preisträger Maximilian Schell hat zahlreiche Auszeichnungen im Laufe seiner außergewöhnlichen Karriere erhalten, darunter insgesamt sechs Oscar® -Nominierungen, drei New York Film Critics Awards, mehrere Golden Globe und sieben Bundesfilmpreise.

Schell wurde in Wien geboren, als Sohn des Schweizer Poeten Hermann Ferdinand Schell und seiner österreichischen Frau, der Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg. 1938 musste die Familie Wien verlassen und Schell wuchs in der Schweiz auf. Seine Schauspielkarriere begann er 1954 auf der Bühne und sein Hollywood-Filmdebüt hatte er als Gegenspieler von Marlon Brando und Montgomery Clift in Die jungen Löwen (The Young Lions R: Edward Dmytryk, 1958). Nur drei Jahre später wurde er mit dem Oscar® als bester Hauptdarsteller in Stanley Kramers Film Das Urteil von Nürnberg (The Judgement at Nurenberg, 1961) ausgezeichnet. Darauf folgten weitere Oscar® Nominierungen als bester Hauptdarsteller in The Man in the Glass Booth (R: Arthur Hiller, 1975) und als bester Nebendarsteller in dem Film Julia (R: Fred Zinnemann, 1977).

Zu seinen weiteren Welterfolgen zählen u.a.: Topkapi (R: Jules Dassin, 1964), Little Odessa (R: James Gray, 1994), Anruf für einen Toten (The Feadly Affair R: Sidney Lumet, 1967), Die Eingeschlossenen von Altona (R: Vittorio de Sica, 1962), Simon Bolivar (R: Alessandro Blasetti, 1968), The Odessa File (R: Ronald Neame, 1974), Steiner – Das Eiserne Kreuz (R: Sam Peckinpah, 1976), Die Brücke von Arnheim (A Bridge too far R: Richard Attenborough, 1977), Die Erwählten (The Chosen R: Jeremy Kagan, 1981), Der Rosengarten (The Rose Garden R: Fons Rademakers, 1989); und einige deutsche Filme, wie Morgen in Alabama (R: Norbert Kückelmann, 1983), Das Schloss (R: Rudolf Noelte, 1971), Justiz nach Dürrenmatt (R: Hans W. Geißendörfer, 1993), Through Roses (R: Jürgen Flimm, 1996).

1991 arbeitete Schell nochmals mit Marlon Brando in The Freshman zusammen, seine erste komödiantische Rolle in einer amerikanischen Produktion. Auch spielte er die Hauptrolle in Telling Lies in America (1997), geschrieben von Joe Eszterhas; 1998 drehte er Kalmans Geheimnis (Left Luggage R: Jeroen Krabbé) mit Isabella Rosselini. Zwei weitere große kommerzielle Erfolge waren die Steven Spielberg Produktion Deep Impact (R: Mimi Leder, 1998) und John Carpenters Vampire (1999). 2000 folgten Dreharbeiten zu Henry Jagloms Festival in Cannes (mit Anouk Aimée und Greta Scacchi) und der Film des American Masterpiece Theatre von Willa Cather The Song of the Lark (R: Karen Arthur). Schell erhielt eine Emmy-Nominierung für seine Hauptrolle in der Hallmark Hall of Fame Produktion Miss Rose White (R: Joseph Sargent, 1992). Für die Rolle des Lenin in dem HBO Film Stalin (R: Ivan Passer, 1992) gewann er den Golden Globe, den Cable Ace Award und wurde nominiert für den Emmy als bester Schauspieler in einer Nebenrolle. Schell spielte die Titelrolle in der deutschen TV-Produktion von „Hamlet" und die Titelrolle in dem mit dem Emmy ausgezeichneten Vierteiler „Peter der Große". Sein „Hamlet" wurde von Trevor Nunn in seinem Film The Great Hamlets of our Time aufgenommen, zusammen mit Laurence Olivier, Jean Louis Barrault, Alec Guiness und Vittorio Gassmann.

Als Filmregisseur erhielt Schell drei Oscar® Nominierungen für Erste Liebe (1970), basierend auf der Novelle von Turgenjev und Der Fußgänger (1963). Schell schrieb, produzierte und inszenierte den Fußgänger, der 49 internationale Preise erhielt, einschließlich des Golden Globe. Weitere Regiearbeiten waren Dürrenmatt’s Der Richter und sein Henker (1975), die Filmadaption von Horváth’s Geschichten aus dem Wiener Wald (1979) und der Oscar®-nominierte Dokumentarfilm Marlene (1984), der den New York Film Critics Award und den National Board of Review Award gewann. Marlene, eine filmische Collage, gilt als wegweisend für einen neuen Filmstil. Alle seine Regiearbeiten erhielten Deutsche Filmpreise.
 
  Obwohl er für seine Filmarbeit bekannt wurde, blieb Schell immer dem Theater verbunden. 1958 hatte er sein Debüt am Broadway mit Ira Levins „Interlock". 1965 spielte er die Hauptrolle in der Uraufführung von John Osbornes „A Patriot For Me", zuerst in London am Royal Court Theatre, dann am Broadway. Er spielte zweimal den „Hamlet", zuerst unter Gustaf Gründgens, später unter eigener Regie in München.

1966 hatte er innerhalb eines Monats vier Premieren in verschiedenen Funktionen: am Theater in der Josefstadt in Wien als Schauspieler in der Doppelrolle der „Venezianischen Zwillinge" von Goldoni und als Regisseur von Pirandellos „Alles Zum Guten" der Uraufführung seines Stücks „Herostrat" in Bochum und die Premiere seiner Übersetzung von „A Patriot For Me" in Bremen (R: Peter Zadek). Fünf Jahre lang, von 1978 –1982 spielte Schell den „Jedermann" bei den Salzburger Festspielen.

1992 erhielt er den Ehrendoktor vom Spertus College of Judaica in Chicago und unterrichtete als Gastprofessor an der University of Southern California.
1997 erschien im Bertelsmann Verlag sein erster Roman „Der Rebell". Am Broadway feierte er im Frühjahr 2001 einen wahren Triumph, diesmal im Theaterstück „Judgement at Nurenberg". In Los Angeles inszenierte er auf Bitten von Placido Domingo 2001 die Wagner-Oper „Lohengrin" mit sensationellem Erfolg.
2001/2002 entstand seine Filmhommage an seine Schwester Maria Schell mit dem Titel „Meine Schwester Maria". Das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland hatte er bereits 1985 erhalten. Im Jahre 2002 wurde ihm das Ehrenkreuz für Kultur und Wissenschaft von Österreich verliehen. Ebenfalls 2002 erhielt er das Goldene Bambi für seinen Film „Meine Schwester Maria", 2004 präsentierte er das gleichnamige Buch.

Im Jahr 2005 folgte Schell erneut einer Einladung der Opera Los Angeles für die Oper „Der Rosenkavalier" die Regie zu übernehmen. Die Inszenierung wurde ein glanzvoller Erfolg, Dirigent war Kent Nagano.

Im Frühjahr 2006 spielte Maximilian Schell die Hauptrolle im letzten Stück von Arthur Miller „Resurrection Blues", das als europäische Erstaufführung im legendären Old Vic Theater in London (Intendant Kevin Spacey) uraufgeführt wurde, unter der Regie von Robert Altmann (dessen letzte Arbeit).

Im Jahr 2006 wurde Schell mit dem Bayerischen Filmpreis für sein Lebenswerk geehrt.

In der breiten Öffentlichkeit vielleicht nicht so bekannt ist, dass Maximilian Schell über ein ausgeprägtes musikalisches Talent verfügt. Leonard Bernstein nannte ihn einen „remarkable good Pianist".
Schell arbeitete mehrfach mit Claudio Abbado und den Berliner Philharmonikern. Unvergessen blieb ihre Präsentation von Arnold Schönbergs „A Survivor from Warsaw" in Jerusalem. Eine weitere gemeinsame Arbeit war „Ödipus Rex" von Stravinsky in Chicago, die Maximilian Schell mit James Levine in Salzburg, mit Esa Pekka Salonen in Los Angeles und mit Christoph von Dohnanyi in Cleveland wiederholte.

Schells Darbietung in Schönbergs „A Survivor from Warsaw" beim Abschlusskonzert des Gergiev-Festival 2006 in Rotterdam gilt als weitere Meisterleistung.

Maximilian Schell

Maximilian Schell mit Elisabeth Wicki-Endriss

Maximilian Schell mit Elisabeth Wicki-Endriss

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